Programm

Freitag  
16.00 Uhr Stadtführung
18.30 Uhr gemeinsames Abendessen
Abendprogram
   
Samstag  
10.00 Uhr Begrüßung
10.15 Uhr Jenny Lehrl: Synästhesien als Krankheitsbild und Wahrnehmungsideal
11.00 Uhr Cathrin Hauswald: Das Ende der Kunst? Die universelle Wahrnehmung des absoluten Gemäldes in Die Künstler von W. M. Garšin
11.45 Uhr PAUSE
13.00 Uhr Madlen Sell: „Vögel singen violett“ - Klangfarben in der Malerei am Beispiel Wassily Kandinskys
13.45 Uhr Ina Dinter: Sanfte Töne – Wechselwirkungen zwischen Malerei und Musik im Spätwerk James Ensors
14.30 Uhr Javier Party: Symmetrische Verhältnisse zwischen Farben und Tönen. Wo sich zwei Kunstwelten treffen
15.15 Uhr PAUSE
16.00 Uhr

Alexander Ochs-Barwinek: Entr’acte oder Wie kommt die Musik ins Bild? Lecture und Workshop

1924 drehte der Regisseur René Clair den Film Entr‘acte, den Francis Picabia quasi als Pausenvorhang in seiner Ballettinszenierung Relâche einsetzte. In dem Film spielten illustre Persönlichkeiten des Dadaismus wie die bildenden Künstler Marcel Duchamp und Man Ray mit, Eric Satie schrieb die Musik dazu. Allerdings ‚lieferte‘ der oft unterbeschäftigte Komponist schneller als der Filmemacher, so dass am Ende ein Film zur Musik entstand und so keine Filmmusik. Wir könnten mit Fug und Recht vom Vorgänger des popkulturellen Video-Clips sprechen, wie wir Saties Vexations als die Vorläufer des Minimalismus bezeichnen könnte. So beeinflusste der interdisziplinäre Künstler Satie (1866-1925) relevante Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Steve Reich oder Philip Glass und bildende Künstler wie Carl Andre, Richard Long oder Donald Judd maßgeblich.

Die vermutlich 1893 geschriebenen Vexations bestehen aus der 840maligen Wiederholung einer Klavierstruktur, die zu Lebzeiten Saties nie aufgeführt wurden und 1963 erstmals von dem amerikanischen Komponisten und bildenden Künstler John Cage gespielt wurden. Cage, in der ersten Phase seines Werks stark geprägt von der Zwölftonmusik Arnold Schönbergs wie auch vom Ready Made Marcel Duchamps, besuchte 1962 erstmals das buddhistische Ryoanji Kloster im japanischen Kyoto. Er schuf Abreibungen und Zeichnungen von Steinen in den Zen-Gärten, die er später auch als Partituren nutzte. In der Konsequenz verlor er seine neo-dadaistische Haltung und gab in seiner Kunst mehr und mehr die Verantwortung eigener Autorenschaft auf, was sich z.B. in der von ihm kuratierten Ausstellung Museumcircle, Neue Pinakothek, München, 1991 oder auch in der bildnerischen Visualisierung des Materials zur Komposition ONE 8 and 108 (1991 in Stuttgart uraufgeführt) zeigte.

Lecture und Workshop mit Musik, Film, Steinen, einem Cello und Material der Bamberger Künstlergruppe InfUG.

 

18.15 Uhr gemeinsames Essen
20.00 Uhr Dr. Jörg JewanskiMotion in painting - motion in music. Die Musik in den Filmen Oskar Fischingers:

Obwohl das Leben des abstrakten Filmemachers Oskar Fischinger (1900-1967) rekonstruiert ist und seine Filme analysiert wurden, lässt sich seitens der Forschung nur wenig Interesse an der Rolle der Musik in seinen Filmen erkennen. Dieser Vortrag widmet sich daher folgenden Fragen: Welche Art von Musik wählte Fischinger aus? Wie setzte er sie ein? Nach welchen Prinzipien synchronisierte er Musik, Form und Farbe? Wie arbeitete er mit der Partitur? Dachte er über alternative Wege einer Visualisierung von Musik nach? Abschließend frage ich, welche Folgerungen wir aus den Antworten ziehen können. Seine Filme Komposition in Blau (1935), An Optical Poem (1937) und Motion Painting No. 1 (1947) werden im Detail vorgestellt.

Diskussionsrunde mit Dr. Barbara Kahle, Elisabeth Noske, Alexander Ochs und Dr. Erich Schneider zum Thema: Moderne Medien in der Kulturvermittlung - Herausforderung oder Chance?

Sonntag  
10.30 Uhr Elisabeth Noske: FarbKlänge erleben nach Kandinsky (kleiner Workshop)
11.00 Uhr Christina Storch: Farbe und Musik in der Landschaftsmalerei
11.45 Uhr Verena Callens: Art has no boundaries
12.30 Uhr PAUSE
13.00 Uhr Abschlussdiskussion